Neo2 Erfahrungsbericht

Einstellungen von Neo2 unter Ubuntu 10.04 (Lucid)

Einstellungen von Neo2 unter Ubuntu 10.04 (Lucid)

Ich verwende das deutsche Tastaturlayout Neo2 nun schon ein gutes halbes Jahr und schaffe gut 200 Anschl./Min. bei normalem Text (mit ktouch). Neo2 bietet die Möglichkeit, mit einer zusätzlichen Shift Taste die Tasten unter der rechten Hand in einen Nummernblock zu verwandeln. Dabei liegen die Ziffern 4,5,6 genau auf der Hauptlinie (N,R,T), lassen sich also mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger schreiben, ohne dass diese ihre Ausgangsstellung verändern. Dies ist etwas praktischer als die „Fn“-Taste auf gängigen Laptop Tastaturen und auch auf externen PC-Tastaturen sehr nützlich. Auf gleiche Weise verwandeln sich die Tasten unter der linken Hand in einen Steuerblock, mit dem Zeige-, Mittel- und Ringfinger sehr schnell zwischen den einzelnen Zeilen und Buchstaben einer Zeile navigieren, löschen und Tabulatoren einfügen können. Diese beiden Eigenschaften machen Neo2 beim Programmieren mit IDEs wie Eclipse unersetzlich, da so die Auto-Vervollständigung erst sinnvoll und schnell genutzt werden kann, denn beim Schreiben muss die rechte Hand ihre Ausgangsstellung nicht verlassen, um den Steuerblock zu erreichen. Statt dessen hält man mit dem rechten Daumen die AltGr-Taste gedrückt, um so die Tasten unter der linken Hand in einen Steuerblock umzuwandeln, mit dem dann in der Popup-Liste der Auto-Vervollständigung navigiert werden kann. Dies bringt auch einen Vorteil beim Texen mit KDEs Kile: Das Programm schlägt während des Schreibens ebenfalls längere Wörter in einer Popup-Liste vor.

Kritik

Trotz des Lobs gibt es gerade unter Ubuntu kleine nervige Nachteile, die vermutlich mit dem Treiber zusammenhängen. Möchte man Neo2 schnell mal unter Windows testen,  reicht ein Klick auf das Skript welches sich unter wiki.neo-layout.org finden lässt. Möchte man in die „4. Ebene“ mit dem oben benannten Nummern- und Steuerblock wechseln, geht das problemlos, indem man die AltGr Taste gedrückt hält. Unter Ubuntu lässt sich zwar das Neo2 Layout bequem über Systeme/Einstellungen/Tastatur/Belegung hinzufügen. Die 4. Ebene erreicht man aber nicht. Ich habe Ubuntu (10.04 lucid) nun komplett neu installiert und Neo2 gleich bei der Installation als alleiniges Tastaturlayout ausgewählt. Trotzdem musste ich im Systeme/Einstellungen/Tastatur/Belegungen/Optionen erst einige Einstellungen, wie die „Position der Compose-Taste“ aktivieren und anschließend wieder zurücksetzen. Wird AltGr als „Compose-Taste“ für die 4. Ebene ausgewählt, werden die Zahlen in Bruch Notation angegeben. Wird also AltGr+N und AltGr+R gedrückt, erscheinen nicht etwa die Zahlen 4 und 5 sonder beim Drücken von AltGr+N erfolgt keine Reaktion und nach AltGr+R erscheint der Bruch 4/5. Dieses Verhalten ist extrem nervig und lässt sich nur durch wahlloses aktivieren/deaktivieren von verschiedenen Einstellungen und anschließendem zurücksetzen in den Griff bekommen. Hier wäre es schön, wenn die Entwickler einfach das Verhalten des Windows-Skriptes auch für Ubuntu anbieten würden. Ein Weitere Nachteil ist, dass sich die Zeichen + und – nur in Kombination mit unterschiedlichen Shift-Tasten erzeugen lassen. Das Minuszeichen scheint im Nummernblock der 4. Ebene unter Ubuntu auch nicht dort zu sein, wo es hingehört.

Fazit

Die Tatsache, das Ubuntu Neo2 neben zahlreichen anderen Layouts bereits während der Installation unterstützt, macht den Einsatz von Neo2 und auch den Wechsel zwischen verschiedenen Layouts sehr einfach. Der Vorteil, dass die Verschiedenen Klammerzeichen wie (),{},[],<> direkt paarweise  nebeneinander liegen, und der Nummern- und Steuerblock der 4. Ebene machen Neo2 beim Programmieren und Texen zu einer echten Hilfe, auf die ich nicht mehr verzichten möchte. Mit dem KDE Programm KTouch habe ich mir Neo2 innerhalb von 2 Monaten angeeignet. Dabei musste/konnte ich, entgegen aller Empfehlungen, nicht auf meinen „Hacker-Klaue“ auf dem normalen QWERTZ Layout verzichten. Zusätzliche UTF8 Zeichen wie •, echte deutsche Anführungsstriche „“ oder die Zeichen ✔ und ✘ ermöglichen das Erstellen von nett formatierten Listen/Texten in nahezu jedem Text/Mail/Chat Programm, ohne auf dessen Formatierungsfunktionen angewiesen zu sein. Trotzdem kann es, leider gerade unter Ubuntu, zu kleinen Startschwierigkeiten komme.

Ergänzung

Um das Problem mit der 4. Ebene unter Ubuntu 10.04 (lucid) in den Griff zu bekommen, wählt man Neo2 im Tastatureinstellungsdialog (Systeme/Einstellung/Tastatur/Belegungen, siehe Abb.) und entfernt unter Optionen->„Taste(n) zum Wechseln der Belegung“ alle Häkchen. (Es darf auf keinen Fall eine Alt-Taste ausgewählt werden…). Anschließend setzt man unter „Position der Compose-Taste“ ein Häkchen bei „Rechte Alt-Taste“. Nun wird zwar die 4. Ebene aktiviert, allerdings mit oben Beschriebenen Problem (Brüche statt Zahlen, keine Reaktion beim ersten Tastendruck…). Wenn das eben gesetzte Häkchen von „Rechte Alt-Taste“ wieder entfernt wird, kann die 4. Ebene immer noch über die Taste AltGr erreicht werden, nun funktionieren aber der Zahlenblock und der Steuerblock für die rechte und linke Hand wie gewünscht über die AltGr-Taste.

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3 Antworten auf Neo2 Erfahrungsbericht

  1. frakturfreak sagt:

    Ein ſchöner Artikel, toll daſs du mit Neo tippſt :-)

    Ja das Problem mit der 4. Ebene und der Taſte zur Auswahl der 3. Ebene iſt bekannt, und die Löſung iſt genau die, die du ſchreibſt.

    Ich würde immer empfehlen, die aktuelle Verſion von der Neo-Seite zu verwenden, da die mitgelieferte Verſion bei 10.04 immer noch der Uralt-RC1 iſt und da ſich beſonders bei den toten Taſten und der 4. Ebene noch einiges getan hat.

    Vielleicht willſt du deinen Erfahrungsbericht noch auf der Erfahrungsberichteſeite im Neowiki hinzufügen.

  2. frakturfreak sagt:

    Ach ja, als inoffizieler Speedteſt bei Neolingen gilt dieſer ;-) .

    Und bei Problemen einfach im Chat vorbeikommen oder auf der Mailingliſte ſchauen.

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